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3-Punkte-Plan für mittelständische Unternehmen in der Krise

 

Wie führe ich meine mittelständische Unternehmung durch die anstehenden wirtschaftlichen Herausforderungen ?

 

1. Liquiditäts-Situation vom Ist-Zustand der Krise extrahieren

So verrückt das klingen mag, Sie sind jetzt gezwungen, Ihre Liquidität mit dem maximalen Pessimismus zu betrachten, der möglich ist, und gleichzeitig zuversichtlich nach vorne zu arbeiten. Stellen Sie sich vor, Sie bauen ein Kreuzfahrtschiff und planen jetzt die Anzahl der Rettungsboote. Da sagt doch auch kein klar denkender Mensch, dass Sie pessimistisch sind, wenn Sie für jeden Passagier einen Platz im Rettungsboot planen. Auch wenn sich das Schiff (Corona-Virus) in den nächsten Wochen hoffentlich wieder in ruhigeren Gewässern bewegt, gibt es für Ihre Liquidität ab jetzt nur noch das WORST-CASE-SZENARIO, bis das Schiff im Hafen ist (Impfstoff voll umfänglich für jedermann erhältlich, bzw. Tests oder heilendes Medikament, etc.).

Egal, wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickelt, handeln Sie, als sei es Gesetz, dass Sie die nächsten Monate keine oder geringere Einkünfte verzeichnen.

Wie stelle ich jetzt die Liquidität in meinem Unternehmen sicher:

  • Verzicht auf die Ausgabe jedes Euros, der nicht zwingend notwendig ist oder einem direkten Geldeingang dient
  • Für alle Mitarbeiter sofort Kurzarbeit anmelden
  •  Alle staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen, die es gibt. Keine falsche Scham. Wir sind der Motor der florierenden Deutschen Steuereinnahmen, der vergangenen Jahre und SOLLTEN jetzt aus dem vollen schöpfen. Großzügig planen. Planen Sie bei Beantragung der Kredite für mindesten ein Jahr. Absagen kann man immer. Ob man in sechs Monaten noch mehr Geld bekommt, ist ungewiss.
  • Bitten Sie alle Gläubiger um Aufschub (JETZT), auch wenn es noch nicht nötig erscheint, so bietet man die Möglichkeit, dass sich diese auch nach Möglichkeiten umschauen.
  • Reden Sie mit Ihrem Vermieter. Wir haben mit unseren Gewerbemietern tolle Lösungen erarbeitet. Jetzt können Sie noch auf Augenhöhe reden. In drei Monaten müssen Sie betteln.
  • Keine Lagerbestände aufbauen.
  • Stundung für alle Steuerzahlungen SOFORT beantragen. Falls Sie im Januar, Februar und März schon Steuern gezahlt haben, dann lassen Sie sich diese sofort zurück erstatten, wenn das Finanzamt mitmacht.
  • Monatliche Lieferaufträge kündigen, wenn diese nicht unmittelbar mit einer Einnahme verbunden sind
  • Kreative digitale Vertriebswege erfinden. Viele Menschen wollen Ihre lokalen Unternehmen unterstützen. Vielleicht können Kinos aktuelle Filme Live-Streams anbieten und Popcorn mit Cola ausliefern? Vielleicht können Museen virtuelle Rundgänge mit Führung für 5 € anbieten? Ich kenne mich im Online-Business viel zu schlecht aus, aber wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt, um sich kreative DIGITAL-Lösungen einfallen zu lassen.

2. Kommunikation

Streiten heißt immer „zu spät geeinigt“ und man einigt sich meistens zu spät, oder gar nicht, wenn man nicht ehrlich, frühzeitig und aufrichtig kommuniziert. Der richtige Zeitpunkt mit allen, die mit Ihrer Unternehmung zu tun haben, zu sprechen, ist JETZT.

Intern: Sprechen Sie mit allen Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Machen Sie ein Brainstorming, in dem Sie Ihre Mitarbeiter um Vorschläge bitten. Somit finden Sie eine gemeinsame Lösung. Ihre Mitarbeiter werden nicht das Gefühl haben, dass über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Der Gedanke, die Mitarbeiter könnten dem Unternehmen etwas zurückgeben, kann beflügeln. Das werden Sie sehen.

Familie: Alle Reisen stornieren. Wir sind genug vereist. Bitten Sie Ihre Partnerin/ Ihren Partner um Mithilfe, Verständnis und maximale Unterstützung. Die kommenden Monate können hart werden. Ist eine Putzfrau noch notwendig?

Extern: Versuchen Sie Ihren Kunden Alternativen zu bieten, sollte Ihre Leistung nicht ausgeübt werden können. Halten Sie Ihre Kunden up-to-date. Der Kunde darf nach der Corona-Situation nur einen Gedanken haben: Aufträge an Ihr Unternehmen zu verteilen. Sprechen Sie mit Onlineunternehmen über Aufschübe bei Zahlungen, diese sind von der Krise am wenigsten betroffen. Gleiches mit „größeren“ Partnern (Konzerne, staatliche Institute, Banken, etc.).

3. Corona als Chance: „Der Tag danach“

Die Welt wird sich nach der Corona-Krise ändern,und die wirtschaftliche Erholung deutlich länger dauern als im Vergleich zu den Krisen der letzten Jahrzehnte. Vielleicht ist es sogar der „richtige“ Eintritt in das digitale Zeitalter.

Nein! Wenn jetzt der Möbeldiscounter von nebenan Konkurs anmeldet, dann zieht nicht im November der Nächste ein. Das werden Onlinehändler und Amazon übernehmen. Gleiches gilt für eine Vielzahl von Restaurants, Einzelhändler, etc…..

Disruptive Geschäftsmodelle werden mittelfristig die großen Gewinner sein.

Stellen Sie jetzt Ihren Betrieb auf digitale Möglichkeiten um. Entweder gehen Sie jetzt mit der Zeit, oder Sie gehen ohnehin mit der Zeit.

Viele Kunden und Privatpersonen (ich schätze 25-30%) werden nach der Krise vielleicht grundsätzlich sagen: „Ich meide große Menschenmengen, unnötige Reisen und überflüssige Restaurantbesuche! Habt Ihr denn nichts aus Corona gelernt?“. Ich habe jetzt schon den zukünftigen Artikel des Spiegel-Magazins im Kopf, dessen Tenor sein wird: „Nichts gelernt, die Deutschen machen wieder Skiurlaub!“. Wann glauben Sie, wird der Gardasee wieder aus allen Nähten platzen, wie im Sommer 2019? Das wird einen großen Einfluss auf viele Menschen haben. Man würde doch einen Bekannten für „verrückt“ erklären, wenn dieser nächstes Jahr eine Wandertour durchs chinesische Hinterland plant und glauben Sie, dass Ihr Umfeld Spalier steht und applaudiert, wenn Sie den Lufthansa Meilenbonus nächstes Jahr knacken?

Wie jede Krise, gibt es auch in dieser Krise Chancen:

  • Digitale Umstellung/ Disruption
  • Vertiefung von Beziehungen: zu Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Vermietern. Krisen haben und werden immer zusammenschweißen.
  • Lokalisierung von Geschäftsbereichen: viele Menschen werden Produkte aus anderen Ländern misstrauischer betrachten. Donald Trump spricht von dem „Chinese Virus“ – Das hat unterbewusst einen großen psychologischen Einfluss
  • Schaffen Sie für nächste Krisen größere Reserven. Die finanziellen Mittel waren, sind und werden wieder da sein.

Bleiben Sie gesund und blicken Sie zuversichtlich in die Zukunft,

Ihr

Damian Fenner – Geschäftsführer

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