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Auswirkungen der Corona-Krise auf die Immobilienwirtschaft

Mit großer Spannung verfolgt ein jedermann, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Immobilienbranche haben wird. Sinken die Kaufpreise – oder in Ballungszentren wie München und Berlin nach 12-jährigem Aufwind gar die Mieten? Ein knappes halbes Jahr haben wir die Situation sacken lassen und den Markt beobachtet. Welche Auswirkungen sind zu spüren, was ist zu erwarten?
Diese Ausblicke und Prognosen lassen sich in drei verschiedene Kategorien bzw. Beobachtungen gliedern.

1. Talfahrt für Einzelhandel, Büros, Gewerbeimmobilien und Hotels

Einkaufsstraßen und Shopping-Malls, wie wir sie in den vergangenen 30 Jahren kannten, gehören immer mehr der Vergangenheit an. Das hat allerdings weniger mit der Corona-Pandemie zu tun, diese ist hier nur der Brandbeschleuniger, vielmehr mit den zunehmenden Internet-Bestellungen, die es dem Einzelhandel schwerer und schwerer machen. Ausschließen muss man an der Stelle Supermärkte, Drogerien und Baumärkte. Die sind – und das kann man nun nach dem ultimativen Proofofconcept, dem Lockdown sagen – krisensicher. Selbst am Höhepunkt der Pandemie sind Supermarkt, Baumarkt und Drogerie systemrelevant und bleiben offen. Für Schuhgeschäfte, Möbelgeschäfte, kleinere Einzelhändler und dergleichen ist der Markt wohl, ohne besonderen Witz oder einen USP wie Fachkenntnis oder guten Kundenstamm, immer weiter schwindend bis gar düster.

Büros erleben durch das zunehmende Verweilen im Homeoffice und Remote-Arbeiten sowie weniger Eitelkeiten der jüngeren Generation – ein eigenes Bürozimmer in einer Anwaltskanzlei ist kein Statussymbol mehr – ebenfalls eine schwierige Zeit. Zudem macht co-working die Anmietung eines eigenen Büros zunehmend unattraktiv.

Hotel-Immobilien, die in den letzten Jahren gerade in Berlin ihr enormes Potenzial ausgeschöpft haben, werden die vermutlich schärfste Rezession erleben. Deutsche Reiseziele wie die Ostsee, der Harz, Sylt oder Berchtesgaden werden in jeder Reisewelle volle Betten haben, denn durch die Corona-Pandemie verbringt man voraussichtlich lieber lokal seine Ferien. Wie aber steht es um ein 4-Sterne-Business-Hotel in Oldenburg? Oder um die Hotels in Frankfurt ohne Messen und Geschäftsreisen? Und wird sich das jemals auf den Stand von 2019 erholen? Das hypertrophe Reisen wird alleine durch die nachhaltig Ängstlichen unter uns reduziert werden und die Zoom-Konferenz kann ein Meeting oder einen Lehrgang bequem ersetzen.

2. Luxusimmobilien leiden unter Rezessionen

Alsbald die Wirtschaft einen Abschwung erleidet, ist dieses auch bei Luxusimmobilien zu spüren. Der schlaue Kaufmann hält sich in Krisen etwas zurück und die Nachfrage bestimmt logischerweise die Preise. In New York City, Upper East, sind die Preise während der Corona-Krise um 30-40% zurückgegangen. Der Mietmarkt für Luxusimmobilien ist vollends zusammengebrochen. Ohne Kultur, Shops, Nachtleben, Restaurants und Big-City-Life sowie die Nähe zum Arbeitsplatz ist Großstadtleben eher weniger attraktiv. Viele zog es daher in das viel günstigere und schöne Umland. Im besonders stark betroffenen New York steht das Leben fast seit einem Jahr still. Viele Investoren im Luxusbereich kommen aus anderen Ländern, so auch in Berlin oder München. Natürlich lässt das Interesse, sich ein Penthouse in Berlin zu kaufen, nach, wenn man gar nicht nach Berlin reisen kann. Hier ist ein Abschwung auf unbestimmte Zeit zu erwarten, zumal ein Wirtschafts-Crash eventuell noch aussteht.

3. Solides Wohnen ist der Fels in der Brandung

Im mittleren Wohnsegment zeigt sich im Gegensatz zu den anderen Immobilienfeldern sogar eine positive Entwicklung. Die Zinsen sind weiterhin niedrig. Gewohnt wird immer, auch in der schlimmsten Krise. Die Bundesrepublik Deutschland stellt mit den verschiedenen Programmen (Kurzarbeit, Soforthilfe, etc.) sicher, dass weitestgehend die Miete gezahlt werden kann. Außerdem ist es doch beachtlich, dass viele Menschen ihr Sparschwein plündern und aus Sorge vor Währungsschwankungen das berühmte Betongold präferieren. In vernünftigen A- und B-Lage-Städten sind selbst Wohnungen mit schmalen Renditen von 2-3% sehr gefragt. Langfristig lässt sich zusammenfassen, dass solides Wohnen zwischen 5-16€ pro Quadratmeter Miete je nach Stadt, Zustand und Lage unerschütterlich ist – auch in der Corona-Krise!

Vielleicht ist die Situation eine Chance! Wieso widmen wir nicht die Büro-, Hotel- und Retail-Flächen in den Ballungszentren in dringend benötigten Wohnraum um?!

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