Uwe Fenner studierte Architektur, Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften. Als Jurist legte er 1971 am Oberlandesgericht in Hamm die erste und 1975 in Düsseldorf die zweite juristische Staatsprüfung (Assessorexamen). Parallel zur Referendarzeit baute er schon sein erstes Unternehmen auf. Deswegen dauerte die Referendarstation auch etwas länger als gewöhnlich. Sein Architekturstudium hatte er nur wegen der Mathematik abgebrochen, „die habe ich ab der zweiten Vorlesung an der Technischen Hochschule in München nicht mehr verstanden“. Anlässlich seines Studienwechsels zur Juristerei beorderten ihn seine Eltern, beide Ärzte in Dortmund, die nicht ganz zu Unrecht eher an ein Bummelantentum ihres Sohnes als Corpsstudent (Corps Suevia München) in der schönen Stadt München als ein Unverständnis für Mathematik glaubten, in die Nähe; da kam die neu gegründete Ruhr-Universität in Bochum in Frage. Doch dort hielt Uwe Fenner es nicht lange aus und wechselte nach Münster, wo er das Studium der Rechtswissenschaft auch mit Erfolg abschloss.

Nach dem ersten Staatsexamen arbeitete er zunächst in einem Unternehmen der Gruppe Kienbaum Unternehmensberater. Als Assistent des damaligen Inhabers Gerd Kienbaum, der gleichzeitig als Mitglied des Deutschen Bundestages (FDP) Vorsitzender des Wirtschaftspolitischen Ausschusses des Deutschen Bundestages war, war er mit der Ausrichtung der Kienbaum’schen „Mittwochsgespräche“ befasst. Das waren Gesprächsrunden in Kienbaums Bonner Privatwohnung, bei welchen Vertreter der Industrie, der Verbände, der betroffenen Ministerien und Bundestagsabgeordnete zu einem bestimmten aktuellen Thema eines Gesetzesvorhabens ohne Journalisten, also ohne Öffentlichkeit, diskutierten. Hier lernte Uwe Fenner die Bedeutung von Lobbyarbeit und Networking kennen. Diesen letzteren Begriff nutzte zwar seinerzeit noch kein Mensch, aber die dahinter stehende nützliche Zielsetzung und das Wissen-wie hat Uwe Fenner später in seinen Veranstaltungen in Frankfurt und Berlin/Potsdam zielführend exerziert.

Die nächsten Stationen waren dann der Aufbau der eigenen Firma in Dortmund, die Verlagerung und Veränderung im Unternehmensgegenstand, nämlich Personalberatung, und im Ort, nach Frankfurt am Main. Später erfolgte die Erweiterung sowohl der Tätigkeitsschwerpunkte in Richtung Managementberatung und Managementtraining, als auch der Büros, in der Spitze mit Niederlassungen in Potsdam, Berlin, Düsseldorf, München und Hamburg. Diese Expansion vollzog sich vor, während und nach der Wende zu einem Unternehmen mit 6 Tochtergesellschaften und insgesamt 450 Mitarbeitern.

Die als ehemaliges DDR-Rechenzentrum völlig kaputt übernommene Firma MIDAT in Potsdam wurde dann nach und nach zur Zentrale. Hier baute Fenner auch ein verkommenes ehemalig als Einfamilienhaus mit Remise errichtetes Haus am Jungfernsee, dicht gelegen am „Neuen Garten“, dem Schlosspark der Königschlösser „Marmorpalais“ und „Cecilienhof“, zur zentralen und repräsentativen Firmenresidenz aus. „Auferstanden aus Ruinen“, die Nationalhymne der DDR, konnte man zu Recht eher NACH der Wende singen, und auch Uwe Fenner ließ, auch mit Fördergeldern der EU, dort ein Ensemble aus Tudorgothik entstehen, welches aus einem schlossartigen, mit drei Türmen bewehrten Haupthaus bestand, das die Zentrale der ständig wachsenden Unternehmensgruppe „Midat AG Fenner Group“ bildete, und einer ehemaligen Remise, die nunmehr ums dreifache vergrößert und mindestens ums zehnfache verschönert, als Gäste- und Veranstaltungshaus diente und als Wohnung für den Eigentümer Fenner.

In diesem Ensemble wurde fleißig gearbeitet, es fanden hier aber auch die berühmten Jahreszeitengespräche ® und viele andere Begegnungen mit Unternehmern und mit politischer Prominenz statt.

Die Jahreszeitengespräche® entwickelten sich zu berühmten Come-togethers der Elite aus Berlin und Brandenburg und darüber hinaus. Veranstalter und Gastgeber der „Berliner und Potsdamer Jahreszeitengespräche®“ war Uwe Fenner. Es waren Events mit höchstrangigen Referenten & Gästen aus Politik, wie Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Matthias Platzek, Bundesminister Guido Westerwelle, Klaus Töpfer, Günter Rexrodt, Matthias Wissmann und Rainer Brüderle, US-Botschafter Daniel Coats, Schweiz-Botschafter Thomas Fielding mit seiner berühmten Ehefrau Shawne, Morgan Stanley Chef Lutz Raettig, Deutsche Börse Vorstand Jörg Franke, Deutsche Bank Chef Rolf E. Breuer, Axel Springer CEO Matthias Doepfner, Verlegerin Ruth Cornelsen, Schering-CEO Hubertus Erlen, Messechef Manfred Busche, Ufa-Chef Wolf Bauer, Siemens England President Sir Jürgen Carlos Gehrels, Juden-Zentralrat-Vorsitzender Ignaz Bubis, Landesbischoff Wolfgang Huber, Preußischer Kulturbesitz Präsident Klaus Dieter Lehmann, Rechts- und Geschichts- und Betriebwirtschaftswissenschaftler Ulrich Battis, Wolfgang Loschelder, Lutz Hildebrand, Arnulf Baring, Modezar Wolfgang Joop, Stardirigent Christian Thielemann, Opernintendanten Albert Kost und Goetz Friedrich, Künstler (z.B. Salomé), Galeristen (z.B. Bernd Schulz, Villa Griesebach & Matthias Arndt), Sammler und Medienleute (z.B. Bernd Schipphorst, Gerd Appenzeller, Hermann Rudolph, Wolfram Weimer, Hildegard Stausberg) und viele bedeutende Persönlichkeiten mehr.

Der Untergang der New Economy war auch für Uwe Fenner ein harter Einschnitt. Denn neben den konservativen, gut laufenden Beratungsfirmen hatte sich die Midat-Gruppe auch mit der Erarbeitung unterschiedlicher Multimedia- und Internetlösungen in weiteren drei Firmen befasst. Aber der erstrebte Börsengang, mit dem sich dann auch die für das eindrucksvolle Wachstum notwendigen Investoren auf die Schnelle reich machen wollten, misslang, und Uwe Fenner musste die gut laufenden Beratungsfirmen an die Investoren abgeben, um eine Insolvenz zu vermeiden, mit der die Investoren ihn überziehen wollten. Das gelang. Und es gelang auch die Fortführung und Umstrukturierung der Fenner Group GmbH & Co. KG.